Heute ist aber auch mal wieder so ein Tag…

Als hätte man als Frau in den besten Jahren es manchmal nicht schon schwer genug mit sich selbst, wird es jetzt zusätzlich auch noch draußen immer trister. Oder Corona bedingte Maßnahmen werden wieder verschärft. Und die schönen bunten Blätter machen sich rar, die das Gemüt bisher wenigstens immer noch ein bisschen aufheitern konnten. Das Dümmste, also das wirklich ALLERDÜMMSTE, was man jetzt jedoch machen kann wäre, sich in der schönen warmen Wohnung komplett einzuigeln. Ist natürlich viel schöner, es sich mit einem Heißgetränk auf der Couch gemütlich zu machen. Sehr verlockend, klar. Denn draußen ist es nasskalt, grau und die Landschaft büßt ganz klar an Attraktivität ein. Sprich, ein grau verhangener Himmel kann es leider so ganz und gar nicht mit Sonnenschein und Tiefblau, soweit das Auge reicht, aufnehmen. Vielmehr hat man an bestimmten Tagen das Gefühl, da draußen würde sich die eigene seelische Stimmung widerspiegeln. Heißt, Frau muss sich jetzt einen gnadenlosen Ruck geben, um trotzdem rauszugehen an die frische Luft. Oder ihren Outdoor Sportaktivitäten nachzugehen. Doch was viele nicht wissen: Wer sich täglich mindestens 30 – 60 Minuten draußen bewegt, tut nicht nur etwas für seinen Vitamin D Wert, und seine körperliche Gesundheit, sondern boostert damit auch gleichzeitig enorm seine Psyche. Denn, wie allseits bekannt sein dürfte, bekommt man selbst bei wolkenverhangenem Himmel oder in dichtester Nebellandschaft immer noch deutlich mehr Licht ab als mit sehr hellen Lampen in der Wohnung. Außerdem wird die Lunge quasi durchgepustet und neu belebt, da die Atemwege bei trockener Heizungsluft selbst mit den effektivsten Luftbefeuchtern gereizt werden und es ein Innenraumklima diesbezüglich niemals mit frischer Co2 reicher Waldluft aufnehmen kann. Und jetzt kommt der Knaller: ein schönes heißes, duftendes Wellness – Bad, ein gutes Buch mit warmem Lieblingstee auf der Couch oder Telefongespräch neben der Duftkerze mit der Freundin fühlen sich mindestens doppelt so schön an, wenn man von draußen ins warme Haus kommt. Weil man dann diesen grandiosen Gegensatz spürt, der einen unweigerlich dankbar werden läßt. Dafür beispielsweise, dass man überhaupt einen gemütlichen Rückzugsort hat. Allein die Vorfreude darauf, während man noch draußen ist, sich gleich wieder an diesen Ort zu begeben, belebt das Gemüt eindeutig.

Wenn sonst nix mehr geht…

Also – selbst wenn an manchen sogenannten Hormontief – Tagen sonst absolut überhaupt nichts mehr zu gehen scheint, dann bewege deinen Popo einfach hoch von der Couch, zieh dir wasserdichte Gore Tex Schuhe an und begib dich nach draußen. Und ich verspreche es, die Welt sieht gleich ein wenig anders aus. Natürlich gibt es keine sofortige Wendung um hundertachtzig Grad. Das wäre ja auch zu schön. Und übertrieben. Doch sich draußen zu bewegen, macht was mit der Stimmung. Allein, sich überhaupt mal zu bewegen, hilft natürlich auch schon, klar. Aber es unter freiem Himmel zu tun, steigert den positiven Effekt auf die Stimmungslage noch einmal. Ich spreche da aus eigener Erfahrung, da ich eine extreme Sonnenanbeterin bin. Und ihre häufige Abstinenz im Herbst/Winter mich manchmal fast verrückt macht. Wie oft habe ich schon probiert, mir einzureden, dass trübes Wetter auch seinen Reiz haben kann. Ich dachte, wenn ich mir das nur oft genug einrede, muss das doch endlich mal in mein Hirn reingehen. Selbstsuggestion soll doch angeblich so toll funktionieren. Klappt bei mir aber leider irgendwie ganz und gar nicht. Ich finde es einfach nur scheiße, wenn die Sonne nicht scheint, basta! Und wenn es dann dazu auch noch regnet, wird es noch schlimmer. Da bringt‘s auch nix, wenn ich mir einrede, dass die Pflanzen ja schließlich Wasser zum Wachsen brauchen, die Sonne halt auch mal ne Pause braucht oder dass sich der um die Ecke gelegene (und momentan abgelassene) Breitenauer Badesee dann schneller wieder füllt. Aber EIN Gedanke hilft mir dann immer, nämlich, dass ich weiss, wenn ich erstmal draußen bin, löst sich gefühlt immer ein bisschen was in meinem Inneren. Und die Vorfreude auf meine gemütlich warme Wohnung kann ich auch nur erleben, wenn ich mich nicht schon in ihr drin befinde. Da gewöhnt man sich nämlich äußerst schnell dran und hält es dann für selbstverständlich, dass man so schön im Trockenen und Warmen sitzt.

Bei so nem Wetter jagt man nicht mal’n Hund vor die Tür!

Den Spruch hat meine Oma immer gebracht, wenn sie die paar Meter den Hof hinunter zu uns (sie wohnte im Haus nebenan) in der Kälte und im Regen laufen musste. Doch sie hat es trotzdem gemacht. Also ist jeden Abend zu uns gekommen. Hat sich quasi selbst rausgejagt. Und daher die Empfehlung für Tage, wo irgendwie nix rund läuft. Wo die Sonne sich versteckt, der Himmel seine Schleusen öffnet. Die Kinder, der Ehemann, der Chef, der Hund, die Katze, Freundin, Nachbarin oder wer auch immer …einfach nur nerven. Und sich gefühlt unmöglich benehmen. Oder sich vielleicht auch nur benehmen wie sonst auch, Du dich aber unmöglich fühlst: Gib dir’n Ruck und jage dich selbst vor die Tür! Renne von mir aus wie ne Bekloppte durch den Regen. Oder schlurfe durch den Matsch. Atme bewußt ein und wieder aus. Nimm wahr, wieviel mehr Feuchtigkeit die Luft draußen im Gegensatz zu drinnen enthält und wie gut das deinen Lungen tut. Wenn du kannst, gehe in den Wald. Rieche den Duft der feuchten Erde und der Bäume, denn DER, im Gegensatz zum verhangenen Himmel, hat nämlich tatsächlich was! Und freue dich darauf, dass du einen Ort kennst, an den du gleich gehen kannst, um bald wieder eine völlig andere Umgebung vorzufinden. Auch wenn Hund, Mann, Kinder oder Sofa immer noch die gleichen sind. DU wirst es dann nämlich sein, die ein bisschen anders ist. Anders drauf. Zumindest ein klitzekleines bisschen optimistischer. Hand auf’s Herz: Ich versprech’s dir!

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