Natürliche Medikamente

Melatonin, L-Tryptophan & Co

Wer schonmal einen Jetlag hatte, der weiss, dass man seinen Schlafrhythmus am schnellsten wieder in‘s Lot bringen kann mit Melatonin. Da dieses bis vor kurzem in höheren Dosierungen in Deutschland noch verschreibungspflichtig war, hatte ich mir das zu meinen schlimmsten schlaflosen Zeiten notgedrungen im Internet aus Italien bestellt. Erst kam und kam nichts an. Dann flatterte irgendwann so ein offizieller Schrieb, mit Siegel etc. ins Haus., der besagte, dass es Probleme beim Zollamt gebe, da höher dosiertes Melatonin hierzulande als illegale Substanz gelte. Ich rechnete beinahe damit, demnächst die Polizei vor der Türe zu haben, die mich als Drogendealerin verhaften würde. Denen dann eine richtig schöne Szene zu machen, wäre mir natürlich nicht wirklich schwer gefallen, in dem wechselzonenbedingten Ausnahmezustand, in dem ich mich zu der Zeit gerade befand. Mit schlechten Nächten, krassen Stimmungsschwankungen und der Verwunderung darüber, dass mein Augen Make Up Entferner plötzlich höllisch brannte. Als ich irgendwann realisierte, dass es sich nicht um Augen Make Up Entferner, sondern um Nagellack Entferner handelte, den ich mir auf die Lider getupft hatte, war mir spätestens klar, dass sich bei der Sache mit dem Schlaf definitiv dringend was ändern musste. Gott sei Dank löste sich das Problem aber, als ich dem Zollamt dann schriftlich begründete, warum ich das Melatonin unbedingt in einer Dosis von 5mg bräuchte. Weil es darunter bei mir einfach nicht wirke. Wahrscheinlich hatte einer der Zollbeamten zuhause auch eine verzweifelte, schlaflose Wechseljährige sitzen, die ihn den letzten Nerv kostete, was ihn zu einer emphatischeren Vorgehensweise als üblich bewog. Also: Melatonin und L-Tryptophan helfen tatsächlich gut beim Ein – und Durchschlafen. L-Tryptophan ist eine Aminosäure, die gerade in den Wechseljahren im Körper oft in zu niedriger Dosis vorhanden ist. Sie gilt als Vorstufe, um im Körper das Schlafhormon Melatonin herstellen zu können

Natürliche Schlafhelfer

Wenn man also L-Tryptophan (ich nehme es als Pulver, da es so individuell dosierbar und am günstigsten ist) substituiert, erhöht man schonmal drastisch die Chance auf eine bessere Schlafqualität. Wenn das alleine nichts nichts bringt, kann man zusätzlich Melatonin einnehmen, das es mittlerweile bei dm frei verkäuflich in der Dosis 1mg als Schmelztabletten gibt. Das ist von großem Vorteil, denn da der Körper über die Schleimhaut im Mund besonders gut Supplements aufnimmt, sind Nahrungsergänzungsmittel, die man unter die Zunge legen kann, die Mittel der Wahl. Sie schmelzen dann nämlich langsam und gemächlich vor sich hin und kommen so möglichst lange mit der Mundschleimhaut in Berührung, was die Aufnahmefähigkeit, auch Bioverfügbarkeit genannt, erhöht. Nur eben fix geschluckte Pillen sausen an der Schleimhaut im Mund quasi vorbei, ohne dass diese die Chance hat, den Wirkstoff ebenfalls aufzunehmen. Gerade für Frauen mit zusätzlichen chronischen Magen – oder Darmproblemen ist das besonders interessant, da z.B. eine angeschlagene Magenschleimhaut nicht so aufnahmefähig ist, wie sie sein könnte. Sie kann daher das Geschenk der Müdigkeit und Entspannung, welches das gute, hilfreiche Melatonin so schön im Gepäck hat, gar nicht an den Blutkreislauf beziehungsweise ans Gehirn weitergeben. Böse aber auch, diese Magenschleimhaut! Doch, wie gesagt, durchaus gut beschummelbar mit solch kleinen Tricks. Diese fand ich deutlich sympathischer und handfester als solch lappidare Tipps wie: vor dem Zubettgehen progressive Muskelentspannung nach Jacobsen machen oder mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen auf keine Handy – iPad – Laptop – oder TV Screen mehr schauen. Abgesehen davon, dass das manchmal ziemlich unrealistisch in der Realisation ist. Aber – das sei hier ganz klar angemerkt: Schaden tut sowas natürlich KEINESFALLS. Wer das zusätzlich praktizieren kann, wird Nachts höchstens mehrmals von diversen Hitzewallungen geweckt, die man leider nie ganz (außer mit echten Hammermedikamenten) ausschalten kann. Mal davon abgesehen schläft man aber deutlich schneller ein, beziehungsweise wieder ein.

Qualität statt Quantität

Man muss sich im Übrigen gar nicht ganz so viele Sorgen um verpassten Schlaf machen. Der Körper holt sich den Schlaf, den er braucht, normalerweise immer auf andere Weise wieder. Und zwar, indem er einfach die Tiefschlafphasen verlängert und intensiviert. Quantität wird also sozusagen mit Qualität ausgeglichen. Ist doch schonmal beruhigend zu wissen, oder? Mich hat das jedenfalls deutlich entspannter gemacht, als ich diese Tatsache aus wissenschaftlich zuverlässiger Quelle erfahren habe,

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